Paris-Brest-Paris

Geschrieben von Armin Huber.

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"Retour" Von Brest in Richtung Paris
Nach einem Homepage-Aufarbeitungsmäßig sehr langen, tatsächlich aber eher kurzen Aufenthalt von etwa 15 Minuten inklusive Abstempeln und Fotografieren geht es jetzt tatsächlich auf den Rückweg Richtung Paris.


Ich befinde mich jetzt auf dem Rückweg. Geändert hat sich, dass die Strecke jetzt mit den blauen Pfeilen ausgeschildert ist und ich Paris wieder näher komme.

Tachostand am Wendepunkt Brest

Einige Kilometer nach der Kontrollstelle in Brest, die in einer Schleife liegt, gelangt man wieder auf die schon von der Hinfahrt mehr oder weniger bekannten Strecke, je nach Tageszeit, Regen und geistiger Aufnahmefähigkeit.
Aber wie soll es jetzt weitergehen (da kann ich mich sogar noch an ein kurzes Gespräch darüber mit einem Stuttgarter Randonneur kurz nach Brest erinnern) ?
Zumindest solange die Sonne scheint will ich keine Schlafpause einlegen und wenn möglich auch nicht vor Einbruch der Dunkelheit, aber bis dahin sind es noch einige Stunden.


Hügelige Landschaft kurz hinter Brest, nachdem wegen Regen, Nacht oder Nebel stundenlang nichts zu sehen war sehr schön, aber natürlich von der Aussicht keineswegs vergleichbar mit der herrlichen Alpentour im Juli

In Sizun mache ich eine Verpflegungspause die sich zeitlich ziemlich ausdehnt. Die Sonne scheint, ich sitze mitten im Ort an der Straße und sehe viele Randonneure vorbeifahren, die meisten sind von der 90h-Gruppe und noch auf dem Hinweg nach Brest.

In Sizun geht es in der Ortsmitte über harmloses Kopfsteinpflaster.
Durch den kleinen Anstieg im Ort sind die Randonneure hier etwas langsamer und besonders gut zu beobachten.

Etwas unverständlich für mich ist, dass es bei PBP keine Helmpflicht gibt, sonst aber neben der Beleuchtung am Fahrrad und das Tragen von Reflexionsstreifen bzw. Warnweste bei Dunkelheit (die natürlich wichtig sind) auch sonst alles Nötige und Unnötige geregelt ist.

Nach über einer Stunde fahre ich dann endlich weiter, ich sehe es aber nicht unbedingt als "verlorene" Zeit an, es war vielleicht ganz gut zur Regeneration und wird sich möglicherweise später noch positiv bemerkbar machen. Leider bin ich so vollgefressen, dass an ein normales Fahren zunächst nicht zu denken ist, eher erstmal Schönwetterfahrertempo. Vielleicht liegt es auch an der langen leichten Steigung, die mit sehr moderaten 2% relativ gleichmäßig 12 km lang ansteigt bis zum Roc Trevezel. Sehr schön ist, dass ich jetzt auf meiner trockenen Nachtfahrstrecke auch bei Tag gutes Wetter habe und bei der Fahrt auf den höchsten Punkt der Strecke eine tolle Aussicht habe. Bei Nacht habe ich die Steigung, die auf der anderen Seite etwas ungleichmäßiger ist, aufgrund des ohnehin schweren Rollens auf dem rauhen Asphalts gar nicht richtig registriert.
Es folgt jetzt für mich die längste Abfahrt, bei der mir viele Teilnehmer engegenkommen, sie haben noch einige Höhenmeter und mehrere Stunden bis Brest vor sich, aber wenigstens scheint ihnen jetzt auch die Sonne. Ich wundere mich aber schon etwas, wie lange mir immer noch zahlreiche Teilnehmer entgegenkommen.

An der Kontrollstelle Carhaix-Plouguer (km 699) hole ich um 13:45 Uhr meinen nächsten Stempel ab, von Brest also eine eher gemächliche Fahrweise. Da ich in Sizun mehr als genügend Nahrung aufgenommen habe, fahre ich auch gleich weiter.
Von der Sonne ist dann irgendwann gar nichts mehr zu sehen und der Himmel nur noch ein Grau in Grau, ab und zu gibt es jetzt auch wieder ein bisschen Regen.
In den nächsten beiden Stunden geht es bei mir irgendwie nur noch schleppend voran, obwohl ich körperlich außer etwas Müdigkeit keinerlei Beschwerden habe. Aber bei Langstrecken ist ja oft nicht der Körper sondern der Kopf entscheidend.
Entweder muss ich demnächst mal eine längere Schlafpause einlegen oder etwas anderes unternehmen.