MTB-Trailscout Ausbildung

Geschrieben von Karen Greif.


Foto: C.Schulz/ Ereigniswerk

Die erste MTB-Trailscout Ausbildung LADIES ONLY der DIMB fand vom 06.-09. August 2011 in Missen im Allgäu statt.
Eine tolle Gelegenheit, die ich gleich wahrnehmen wollte....

"Guck mal, hier ist was für Dich", sagte Klaus eines Abends zu mir, als er die Zeitschrift BIKE durchblätterte.
Angeboten war eine Ausbildung zum Trailscout "Ladies only" der DIMB (Deutsche Initiative Mountainbike) in Zusammenarbeit mit dem BDR, der BIKE und der Internetplattform GIRLSRIDETOO.DE.
Ich war sofort begeistert, brauchte ich doch unbedingt eine Motivation um das Radfahren nicht ganz an den Nagel zu hängen, nach all zu langer Trainingsabstinenz und dem Wegfall meines liebsten Trainingspartners Klaus.
Schon am Freitagnachmittag machte ich mich also auf den Weg nach Missen ins Allgäu. Im Dauerregen, quer über die Schwäbische Alb, 160 km, also eigentlich Rennrad- Entfernung.
Genug Regen für das Wochenende, dachte ich. Hatte mich aber deutlich geirrt.

Das Training begann mit einer Kennenlernrunde. 20 Frauen mit ganz unterschiedlichen Motivationen sind zusammen gekommen. Einige möchten als Guide ihr Geld verdienen, andere in Vereinen und Schulen MTB-Touren anbieten.
Und schon ging es weiter, ein ziemliches Programm lag vor uns.


Jens gibt die Geheimnisse des Guide-Rucksackes preis.
Der gut ausgearbeitete theoretische Teil wurde im Wechsel von den drei Ausbildern Michi, Jens und Patrick vorgetragen. Hier stand u.a. Tourvorbereitung, Tourenführung, Guidingtechniken, rechtliches (Betretungs- und Haftungsrecht, Umweltschutz) und Notfallmanagement auf dem Programm.
Die Ausbilder waren zum Glück sehr flexibel (oder wasserscheu) und das Ausbildungsprogramm wurde, soweit es eben ging, den Wetterverhältnissen angepasst.

Doch trotz 14°C und immer wieder Regenschauer freuten sich alle, als es nach draußen auf die Räder ging. Alle Mädels kamen mit top Rädern. Wobei deutlich mehr Federweg gefahren wurde, als ich es bisher kannte. Mit 100 mm Federweg in meinem Fully kam ich mir recht ungedämpft vor. Auch Flat-Pedals waren mir bis dato unbekannt, wie soll ich denn da den Berg hochkommen?
Geht alles!


Schöner Ausblick: der Große Alpsee

Wo gehts lang...?

Wir wurden täglich in drei Gruppen mit je einem Ausbilder aufgeteilt. Begonnen wurde mit einem intensiven Bike- und Ausrüstungscheck.
War alles ok, konnte gestartet werden.
Eine Guidine (oder wie heißt die weibliche Form, des Guide?) wurde ernannt und es ging los auf unsere "Hausrunde".
Puh, der erste Tag hatte es echt in sich: unbekannte Gruppe, und bekannte Strecke und mal wieder die Erkenntnis, dass ich echt mies im Kartenlesen bin. (Zum Glück zeigt mein SatMap (Navi) die Fahrtrichtung an und hat eine Topo-Karte hinterlegt, aber den hatte ich 1. nicht dabei und 2. soll frau (und man auch nicht) sich nicht ausschließlich auf die Elektronik verlassen.)
Schotterpiste, Wiese, Trails, alles war auf der Strecke dabei und…Gatter. Gefühlte 500. Daher kam schnell die Wortschöpfung "Extreme Gattering" zustande.
Die Oberarme waren bald besser trainiert als die Beine und ich muss ehrlich zugeben, dass ich kaum Lust hatte diese Runde täglich zu fahren. Doch je sicherer wir im Guiden und mit der Strecke wurden, je geringer wurde die Anzahl der gefühlten Gatter. Am letzten Tag waren sie kaum noch wahrnehmbar.


Fahrtechnik mit Patrick

Endlich Mal wieder richtig Regen...

Jede von uns war mal dran unterschiedliche Streckenabschnitte zu führen. Anschließend wurde analysiert und Feedback gegeben. Super hilfreich, nicht nur für den Guide, sondern auch für alle anderen.
Situationen wurden auf den Touren herbei geführt: Schwächeanfälle und Pannen simuliert, über- und untermotivierte Teilnehmer. Und plötzlich war auch mal jemand verschwunden. Auch damit will ein sicherer Umgang gelernt sein.
Die Grundlagen zur Fahrtechnik wurden uns vermittelt und nun weiß ich:
Wenn es mal langweilig wird im Wald, schnappe ich mir ein Stein und übe kleine Kreise ziehen- das hilft später enorm in der Spitzkehre!
Ein weiterer intensiver Teil der Ausbildung machte das Notfallmanagement aus. Theoretisch wie praktisch wurden Situationen besprochen und auch simuliert. Das kann gar nicht genug geübt, wie ich finde, obwohl mich dieser Teil auch am meisten angestrengt hat. Ich war echt platt am Abend…

Mein Fazit:
Es war ein bestens organisiertes, lehrreiches und super lustiges Wochenende mit tollen Frauen und Ausbildern. Sehr empfehlenswert!
Trotz Ekelwetter hatten wir richtig viel Spaß und eine tolle Stimmung.
Und das Beste: meine Lust aufs Biken ist wieder neu entfacht.

Nun fehlt nur noch der Erste Hilfe Kurs, der für September/Oktober angedacht ist. Da es immer gut ist, seine Kenntnisse in diesem Bereich aufzufrischen, würde ich mich über Begleitung freuen.

Und wer noch weiter lesen mag:
Es gibt noch einen Bericht der DIMB und auf GIRLSRIDETOO.DE

Text: Karen Petersen
Bilder: Claudia, Tanja, Michi, Karen