Tübinger Gravel-Etappenfahrt 2020

Geschrieben von Armin Huber.

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Vom Rennradfahren vermeintlich gut bekannte Gegenden kann man beim Graveln ohne lästigen motorisierten Verkehr neu entdecken.
Man ist langsam genug um die Natur intensiv zu erleben, aber noch schnell genug um größere Distanzen zurückzulegen

Die traditionelle Tübinger Etappenfahrt mit dem Rennrad mussten wir wegen Corona leider absagen, wollten aber dennoch eine Mehrtagestour durchführen. Und durch die Befahrung von schönen Schotterstrecken während des ersten Lockdowns kam die Idee auf, als Ersatz eine Wochenend-Graveltour zu machen (am 05./06.09.2020).
Vom logistischen Aufwand war es ohne Gepäcktransport und aufgebaute Verpflegungsstellen deutlich reduziert, was aber das Erlebnis nicht im geringsten schmälerte.

Tag 1 Tübingen - Ehingen

Strecke auf ext link Komoot
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Nach lockerem Einrollen auf dem Radweg nach Gomaringen folgte über Öschingen der erste etwas anspruchsvollere Schotterabschnitt hinauf zum Bergrutsch beim Roßberg, dann der weitere moderate Anstieg zum Genkinger Skilift. Nach Verpflegungsstopp in Undingen rollten wir durchs Rinnental, über Haid und Maßhalderbuch ins Glastal und zur Wimsener Höhle.
Die Parkplätze waren voll und viele Leute unterwegs, da sich aber herausstellte, dass die meisten den Biergarten als Ziel hatten, setzten wir unsere Tour auf der wunderschönen Schiebestrecke der Zwiefalter Aach entlang fort. Nach der nächsten Verpflegungspause in Zwiefalten folgte bald der Donauradweg, auf dem uns das steilste Stück des Tages erwartete. Zwei Teilnehmer machten noch eine Mini-Höhlentour in Rechtenstein bevor es einen Abstecher zum Kloster Marchtal gab.
Der letzte Zwischenstopp kurz vor dem Etappenziel fiel im Biergarten der Brauerei Berg etwas länger aus als geplant, was aber nicht nur an den leckeren Erfrischungsgetränken lag, sondern weil auch noch das Finale der Tour de France Etappe verfolgt wurde. So gestärkt konnten die meisten auch die letzte kurze, aber giftige Schotterrampe fahrend bewältigen.

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Albaufstieg kurz oberhalb Öschingen zum Bergrutsch Roßberg und Genkinger Skilift

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Im für Rekord-Minustemperaturen bekannten Rinnental war es bei unserer Tour angenehm warm

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Im Glastal kurz vor der Wimsener Höhle

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Auch auf dem Donauradweg ist es nicht immer flach

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Rechtenstein über der Donau

Tag 2 Ehingen - Tübingen
Strecke auf ext link Komoot

Im von Sigi gebuchten ****-Hotel haben wir vorzüglich gespeist und waren bestens untergebracht, wobei ein paar Zimmer leider durch eine Hochzeitsfeier beschallt wurden.
Vom Wetter war es trocken und stark bewölkt, aber dadurch war zumindest im Lautertal, das wir ab der Mündung in die Donau befahren haben, vermutlich etwas weniger los als es bei Sonnenschein der Fall gewesen wäre. Am schönsten ist es dort zu fahrren, wo es nur den geschotterten Radwanderweg und keine Straße gibt. Sehr empfehlenswert ist auch der kurze Abstecher ins Wolfstal. Kurze Zwischenstopps haben wir bei den Alpacas in Wasserstetten und den Pferden im Gestüt Marbach eingelegt, bevor wir uns dann in Gomadingen direkt an der Lauter stärkten. Zum Glück wurde dann das Wetter besser und wir hatten am Albtrauf von den Aussichtspunkten Rutschenfels, Olgafels und Roßfels einen weiten Blick. Nach fast 80 Kilometern gab es den ersten richtigen Anstieg des Tages aus dem Ermstal Richtung Hörnle und vor den letzten Hügeln Richtung Tübingen noch die kleine Herausforderung, den Gipfel des Florian fahrend zu erreichen.

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Kurzer Abstecher ins Wolfstal

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Im Großen Lautertal

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Wir halten auch mal für Tiere an

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Ausblick vom Rutschenfelsen über Bad Urach

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Olgafels beim Segelflugplatz auf dem Rossfeld

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Über dem Ermstal

Fazit:
Abgesehen von ein paar individuellen Problemen war es eine sehr gelungene Premiere, die allen TeilnehmerInnen viel Spaß gemacht hat.

Weitere Touren
Die nächste Tübinger Etappenfahrt fürs Rennrad findet am 03.-06. Juni 2021 statt, auf Eure Teilnahme freuen sich Sigi und Armin.
Die nächste mehrtägige Graveltour (ohne RTF-Wertung) findet an Pfingsten (22.-24.05.2021 mit optionalem Verlängerungstag) über die Höhen des Schwarzwalds statt, InteressentInnen bitte bei Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! melden.
Etappen mit ca. 80-90 km und 1800 Hm bei vereinfachtem erstem Tag ab Freudenstadt, die erste Etappe ab Pforzheim hat 112 km und 2600 Hm (ungefähre Strecke auf Komoot ohne die kurzen Abstecher zu den Übernachtungen)., Kosten für 2x ÜN/F im DZ und Hin-/Rückfahrt mit der Bahn ca. 120 €
Auch für weitere mehrtägige Graveltouren gibt es genügend Ideen, z.B. auf der Alb oder in den Alpen, es braucht nur noch Leute die organisieren (z.B. Unterkünfte und Hin/Rückreise), meldet Euch einfach bei Armin.