
Ende August machte sich eine achtköpfige Radgruppe – sieben Männer und Heike – auf den Weg von Briançon nach Menton, direkt an der Côte d’Azur. Gefahren wurde ein Teil der legendären Haute Route, eine der anspruchsvollsten und zugleich schönsten Linien durch die französischen Alpen. Die Route führte über einige der berühmtesten Pässe der Region, allen voran den Cime de la Bonette, mit 2.802 Metern einer der höchsten mit dem Rennrad befahrbaren Punkte Europas.
Bereits die ersten Etappen über den Col d’Izoard und den Col de Vars zeigten, was diese Tour ausmacht: eindrucksvolle Landschaften, stille Täler, karge Hochgebirgsregionen und lange, rhythmische Anstiege, die sich wie ein roter Faden durch die Woche zogen. Die Gruppe wurde von einem Begleitfahrzeug unterstützt, sodass Gepäck und organisatorische Aufgaben zuverlässig abgedeckt waren.
Die Natur zeigte sich von ihrer besten Seite. Selbst die angekündigten Unwetter hielten sich vornehm zurück und zogen ausschließlich nachts über die Berge. Tagsüber boten sich ideale Bedingungen für eine Alpenüberquerung – klare Luft, stabile Temperaturen und freie Straßen. Manche mussten wir uns aber schweren Herzens mit den Motorradfahrern teilen.
Neben dem Radfahren gehörte auch das französische Lebensgefühl zur Tour. Jeden Abend saß die Gruppe gemeinsam beim Essen, genoss regionale Küche, ein Glas Wein und ließ die Etappe Revue passieren. Diese Momente der Ruhe und Gemeinschaft waren ebenso Teil der Reise wie die sportlichen Herausforderungen. Dankbar blickten alle jeden Abend auf einen gelungenen Tag zurück – und ebenso zuversichtlich auf den nächsten.
Nach einer Woche, zahlreichen Höhenmetern und vielen gemeinsamen Erlebnissen erreichte die Gruppe schließlich Menton, wo die Alpen ins Mittelmeer fallen. Ein würdiger Abschluss einer Tour, die sportlich fordernd, landschaftlich überwältigend und menschlich bereichernd war.
