Tour zum Comer See

Geschrieben von Moritz Pfeiffer.

Eine feucht-fröhliche Rucksack-Tour zum Comer See erlebten sechs Pfeiler Anfang Juli. Willi, Markus, Dirk, Wolfang, Frank und Moritz fuhren in fünf Etappen von Tübingen in die Lombardei. Sportlich ausgelastet waren sie dabei offenbar nicht, sondern übten sich auch in anderen Disziplinen.

Foto di Grupo

Tag 1: Schwimmen

Die 160 Kilometer von Tübingen über Gammertingen, Sigmaringen, das wunderschöne obere Donautal und einige Wellen im Hegau waren für einige Pfeiler scheinbar nur ein Warmfahren: Im Etappenziel Öhningen-Wangen auf der Halbinsel Höri am oberen Ausläufer des Bodensees nutzten mehrere Pfeiler die Gunst der Stunde zu einer ausgedehnten Schwimmrunde. Erfreulicherweise kam es im Wasser zu keinerlei Krämpfen, Verspannungen oder anderen Gebrechen, und alle Pfeiler erreichten auch wieder das sichere Ufer. Im Gedächtnis bleibt darüber hinaus das Dorffest, bei dem die Eingeborenen unter anderem Rotwein durch den Dorfbrunnen pumpten.

 Rast nach dem Anstieg aus dem Oberen Donautal  

 Tag 2: Fußball

Härter als erwartet war die 105 Kilometer lange Fahrt via Stein am Rhein, Frauenfeld und Wattwil zum Walensee. Eine Welle nach der anderen sowie vier längere Anstiege kosteten bei großer Hitze ordentlich Körner. Doch die euphorisch stimmende Landschaft und die stärkende Käseplatte sorgten dafür, dass auch an diesem Abend ein ergänzendes Sportprogramm durchgezogen werden konnte: Der Bolzplatz nahe des Hotels wurde zum Schauplatz eines intensiven Fußballspiels, in dem sich Dirk und Markus hauchdünn gegen Willi und Moritz durchsetzten. Frank und Wolfang machten mit mehr oder weniger qualifizierten Kommentaren von der Seitenlinie auf sich aufmerksam. Dem abendlichen Rundgang durchs Dorf verlieh zudem eine Partie Frisbee die nötige Würze.

  

Tag 3: Bergsteigen

Vom Walensee ging es zunächst 85 Kilometer das Rheintal hinauf und via Chur nach Thusis. Nachdem hier traditionell überdimensionale Banenensplits verdrückt waren, ging es an die Disziplin Bergsteigen. Zumindest vermittelten die steile Tunnelumfahrung auf der alten Straße nach Splügen sowie die enge und tief eingeschnittene Via Mala-Schlucht den Eindruck, dass Steigeisen durchaus angebracht sein könnten. Der Splügenpass überzeugte mit landschaftlicher sowie straßenbaulicher Schönheit, hatte aber auch hinterhältigen Gegenwind zu bieten. Die lange, steile und kurvenreiche Abfahrt auf der italienischen Seite nach San Giacomo forderte Konzentration und Bremsbeläge. Nach 150 Kilometer waren alle Pfeiler froh, bei Gastwirtin Lorena mit schmackhaftem Moretti-Bier die Energiespeicher wieder auffüllen zu können.

  
  

Tag 4: Zweirad-Schwimmen

In den letzten Tagen hatte Regenmann Willi es noch geschafft, durch Regentänze und Wolkenbeschwörung allzu schwere Niederschläge von der Gruppe fern zu halten. An diesem Tag aber schwammen die Pfeiler auf ihren Rädern eher Richtung Etappenziel, als dass sie fuhren. Vom Start weg schüttete es aus Eimern. Von Chiavenna via Lago di Mezzola ging es zur Fähre in Varena, wo schweren Herzens wegen Regen und Kälte auf die Auffahrt zur Madonna di Ghisallo und den Colma di Sormano verzichtet wurde. Auf der Küstenstraße des Lago di Como fand stattdessen ein Mannschaftszeitfahren direkt zum Etappenziel nach Riva statt. Nach feucht-fröhlichen 75 Tageskilometer mit immerhin vier Defekten erfreuten sich die Pfeiler ebenso feucht-fröhlich am Tour-Etappensieg Marcel Kittels und dem 7-1-Finaleinzug der Fußballnationalmannschaft.

  

Tag 5: Radrennen

Bei wieder besserem Wetter ging es von Riva nach Como hinein und auf der anderen Seite des Lago di Como nach Argegno. Wunderschöne, enge Ortsdurchfahrten mit meist wenig Verkehr, immer wieder entgegen kommende, freundlich grüßende Radfahrer, dazu die tolle Landschaft der oberitalienischen Seen… ein wunderbares Erlebnis! Im letzten Anstieg der Tour im Valle Intelvi stach fast alle Pfeiler noch einmal der Hafer: Während der weise Willi moderat die acht Kilometer zur Passhöhe kurbelte, fuhr sich der Rest noch einmal gepflegt die Lunge aus dem Leib. Dabei entpuppte sich der Berg als hinterhältig, erwartete man doch nach jeder Kurve sein Ende, um feststellen zu müssen, dass sich der Weg zur Passhöhe noch weiter hinzieht. Nach diesem gruppeninternen Rennen war die Fahrt via Osteno und Porlezza zur Zugverladung nach Lugano das verdiente Auslaufen nach einer ereignisreichen Tour.

  

Insgesamt 562 Kilometer mit 6.700 Höhenmeter verteilt auf fünf Etappen: Hinter diesen Zahlen verstecken sich tolle Erlebnisse, Geselligkeit und viel Spaß! Herzlichen Dank an alle Mitfahrer und Organisatoren und bis zum nächsten Mal :-)