Dolomiti Superbike 2015

Geschrieben von Lukas Bröer.

Bild 6 Superbike Dolomiti

Langdistanzpremiere von Lukas Bröer beim 21. Südtirol Dolomiti Superbike in Niederdorf/ Hochpustertal
Am 11. Juli 2015 hat Lukas zum ersten Mal in Südtirol am Dolomiti Superbike teilgenommen.

Während eine Hand voll Pfeiler erst am Renntag in den Zug nach Albstadt gestiegen sind um an der 21. Auflage unseres heimischen Klassikers teilzunehmen, konnte ich mich schon von Donnerstagabend an auf meinen ersten Gebirgsmarathon einstimmen. Die Dolomiten zogen mich schon bei der Ankunft auf dem Campingplatz am Toblacher See in ihren Bann. Am Freitagnachmittag bin ich dann mit meinem giftgrünen Reaction GTC SL ins ca. 5km entfernte Niederdorf gefahren um meine Startunterlagen abzuholen. Auf dem Marktplatz waren viele Messestände aufgebaut und der Start/Zielbereich steigerte sich meine Vorfreude auf mein erstes Langdistanzrennen.

Bild 5 Superbike Dolomiti

Am nächsten Morgen bin ich um 5:30 Uhr aufgestanden, nach einem kleinen Rennfrühstück ging es dann zusammen mit einem Italiener, welcher dieses Jahr schon zum vierten Mal beim Königsklassiker an den Start ging, nach Niederdorf und dort in unsere Startblöcke. Pünktlich um 7:30 ging es für die Profis auf den 113 km Kurs auf welchem 3356 Höhenmeter auf dem Programm standen!
Was beim Dolomiti Superbike meiner Meinung nach hervorragend gelöst ist, jeder Fahrer und jede Fahrerin entscheidet erst auf der Strecke ob er oder sie sich die lange Distanz zutraut oder die kurze Strecke fährt. An einem Holzschuppen bei Kilometer 15 hingt ein Schild auf welchem stand: links 113km und rechts 60km.
Um besser einordnen zu können, ob man überhaupt fit genug ist für 3356 Höhenmeter bei 33 Grad ist , legte der Veranstalter eine Uhrzeit fest (in diesem Jahr 10:30 Uhr) vor  welcher man die Streckentrennung passieren musste um auf die Langdistanz biegen zu dürfen.

Bild 1 Superbike Dolomit Bild 2 Superbike Dolomiti

Ich war gut eine Stunde vor diesem Zeitlimit an der Weggabelung und bog ohne Zögern auf die 113 km Strecke ein.
Während des Rennens wurde mir eindrucksvoll bestätigt, das einige Hightlights der Dolomiten aneinander gefädelt waren.
Nach dem Start auf dem Marktplatz in Niederdorf kurbelten wir, in diesem Jahr 4500 Teilnehmer auf Asphalt in den ersten Anstieg. Ich musste sofort meine Windweste ablegen, da der kühlen Morgenluft schon die strahlende Sonne gewichen war.

Nachdem ich drei kleine Kuppen erklettert hatte ging es auf einer kurzen Abfahrt ca. 100 Hm abwärts bevor ich in den ersten der drei langen Anstiege hinauf zum Silvesterplatz fuhr. Die Abfahrt vom Silvesterplatz runter nach Vierschach war relativ steil aber ein Genuss nach den ersten anspruchsvolleren Klettermetern. Nun folgten ein paar Kilometer Fläche von Vierschach nach Innichen.
Als ich Innichen passiert hatte ging es in den zweiten langen Anstieg auf die Helm-Rotwand mit anschließender steiler Abfahrt. Das tolle an diesen Kombinationen aus Abfahrt und anschließenden Gegenanstiegen war das man bei der Auffahrt in den Gegenanstieg wunderschön auf das frisch getrocknete Heu im  gerade abgefahrenen Hang sehen konnte und natürlich auf die jetzt abfahrenden Mitstreiter!
Die Abfahrt lief an der Talstation der Rotwand vorbei nach Sexten. Danach kletterte ich wieder hinauf zur Haunoldhütte.
Von der Haunoldhütte ging es dann hinab zum Toblacher Bahnhof über Rienz vorbei am glasklaren Toblacher See, an welchem ich ja untergebracht war zum Dürrensee. Als ich von dort nach Schluderbach fuhr wusste ich, dass ich laut Tacho schon ca. 2500 Hm geschafft hatte und war guten Mutes einschließlich meiner Beine!

Jetzt folgte der finale Schlussanstieg welcher sicherlich 6 bis 8 km lang und mördermäßig steil war, er endete auf der Plätzwiese einem traumhaften Hochplateau. Nach der Stärkung am dortigen letzten Verpflegungspunkt, machte ich mich auf die teilweise Cross Country würdige Abfahrt nach Niederdorf hinunter. Die Zieleinfahrt auf dem Marktplatz war der bisher genialste Sportmoment in meinem Leben!

Nach 8h 46min und 58,8sek Hitzeschlacht durch das für mich schönste Gebirge der Erde war es geschafft ! Mein erster Königsklassiker war in trockenen Tüchern! Und ein weiteres Idol habe ich auch dazugewonnen: Den Spanier Tiago Ferreira welcher sich mit der Siegerzeit von 4h 26min die Dolomitikrone 2015 sicherte!

Bild 3 Superbike Dolomiti

Bild 6 Superbike Dolomiti

 Geschrieben von Lukas Bröer (22)