3-Länder-Giro 2010

Geschrieben von Andreas Braun.

Text und Fotos: Martin Huber

"Am Vorabend der Fahrt nach Nauders stelle ich fest, dass mein Rahmen einen Riss hat..."

Pfeil-Tourenführer Martin Huber berichtet über den 3-Länder-Giro.

Martin vor der Abfahrt vom Ofenpass

Die letzten Jahre sind Dieter Holz und ich immer den Alb-Extrem gefahren. Im Januar, an Dieters 49zigsten Geburtstag, wurde die Idee geboren: „Vor dem 50zigsten Geburtstag muss ein Radler einen richtigen Pass gefahren sein“. Da der 3-Länder-Giro am gleichen Datum wie der Alb Extrem stattfindet wurde er ausgewählt. Mit dem Stilfser Joch kann er ja auch mit einenem richtigen Pass aufwarten.

Dieter fährt zur Vorbereitung Anfang Juni mit Frau und Anhänger zwei Wochen in die Toskana. Bei mir müssen drei RTFs reichen. Am Vorabend der Fahrt nach Nauders stelle ich fest, dass mein Rahmen einen Riss hat. Ich hab die Wahl zwischen dem Tourenrad und dem (etwas zu kleinen) Rennrad meiner Frau. Ich entscheide mich für das Rennrad (Armin wäre vermutlich mit dem Tourenrad gefahren) und am Samstag Nachmittag geht es nach Nauders.

Wir erreichen um 17 Uhr Nauders und fahren zum „anschwitzen“ erst mal den Reschenpass hoch. Mit ordentlich Rückenwind geht es zügig hoch. Auf der Rückfahrt werden noch die Startunterlagen abgeholt und wir lassen den Abend locker im Hotel ausklingen.

"Anschwitzen" am Vorabend des 3-Länder-Giro



Frühstück 5:15 Uhr. Wir sind kurz nach 6 Uhr am Start und ich bin überrascht, dass wir uns direkt hinter dem zweiten Startblock einreihen.

Martin am Start. So langsam dürfte es mal losgehen!

Wie am Vortag haben wir den Reschenpass hoch mächtig Rückenwind. Wir erreichen Prad in knapp einer Stunde und kurz darauf geht es in die erste Kehre mit der Nr. 49. Mein „Leih-Rennrad“ hat zwar 10 fach, aber keine Bergübersetzung und so muss ich im oberen Teil Dieter zurücklassen, als der noch einmal zurückschaltet.

Dieter im Anstieg zum Stilfserjoch

Das Wetter ist wirklich super, so schieße ich im Anstieg noch ein paar Bilder und genieße den Blick auf den Ortler.

Auf dem Stilfser Joch.

Dieters erster "richtiger" Pass.
Im Hintergrund der Ortler

Oben an der Verpflegung muss ich auch nur knapp 10 Minuten warten bis Dieter kommt. Im Vergleich zum Alb Extrem fällt die Verpflegung etwas dürftig aus. So gehen wir uns auch recht schnell (nach dem obligatorischen Foto am Passschild) in die Abfahrt über den Umbrailpass. In St. Maria will ich die Verpflegung auslassen, aber Dieter ist einfach ein richtiger “Schwabe” und nötig mich anzuhalten (was zahlt isch wird auch gnutzt). Er legt auch nach der Labe richtig los und ich habe Mühe zu folgen. Im oberen Teil ist es schon recht heiß und schaff es ihn wieder zu überholen. Wir laben uns natürlich am Ofenpass, schießen noch schnell ein „Passfoto“ und machen uns dann auf den Weg, durch den schweizer Nationalpark, nach Zernez.

Martin vor der Abfahrt vom Ofenpass.
Das meiste ist geschafft!


An der Labestation warten wir bis eine größere Gruppe geht, denn der Wind hat nicht gedreht und bläst kräftig das Inntal hoch. Ich versuch nicht gerade den „Busfahrer“ zu spielen, aber Dieter reitet vorne jede Attacke mit. Die Gruppe geht dann auch ganz ordentlich und wir erreichen die schweizer Grenze ohne zu viele Körner liegen zu lassen.
Ich lasse die letzte Labe aus, da ich keine Lust mehr auf Wasser und Isostar habe, und fahre direkt zum Ziel durch. Dieter hält natürlich und erzählt mir im Anschluss, dass es hier sogar Cola und Linzer Torte gab. Wenn ich das gewusst hätte...
Am Anstieg zur Nobertshöhe überhole ich einen Rentner mit Tourenrad, Sandalen und Rucksack und bin ganz überrascht, dass er ne Startnummer (der kleinen Runde) am Rad hat. Im Ziel erfahren ich dann, dass der gute Herr schon 70 ist und wohl schon eine gewisse Bekanntheit beim 3-Länder-Giro hat. Er hat wohl noch ein paar Radler seines Vereins „Rakete Berlin“ mitgebracht. Der Mann ist wirklich ne Rakete.
Ich erreiche nach 7:45 Std. das Ziel und bin sogar schneller als Armin im letzen Jahr. Dieter erreicht das Ziel in 7:59 Std. und ist auch schneller als die Richtzeit. Mit den „richtigen Rad“ und einer ordentlichen Vorbereitung wäre eine Zeit von unter 7h locker drin.

Dieter im Ziel. So schwer war's doch gar nicht


Danach geht’s schnell duschen ins Hotel und ab nach Hause. Im Auto verfolgen wir dann noch den 4:1 Sieg der Deutschen über England und so ist das Wochenende perfekt.

Fazit: Das Wetter war super, Dieter ist seinen ersten richtigen Pass gefahren, und Spass gemacht hat es allemal. Es lohnt sich mal wiederzukommen, aber im nächsten Jahr ist wohl wieder der Alb Extrem dran.