Nico Keinath fährt in Schweizer Team

Geschrieben von Ingeborg von Stockum.

RV Pfeil-Mitglied Nico Keinath fährt in dieser Saison für das Schweizer Continental-Team  Nazionale Elettronica New Slot-Hadimec.

 


 rad-net-Sportlerportrait von Nico


 mehr über Nico auf seiner Homepage


 NAZIONALE ELETTRONICA NEW SLOT - HADIMEC
 


 


 

Vereinsmitglied Nico Keinath siegte am 21. Juni beim GP von Luzern, ein stark besetztes Rennen der Continental-Teams. Hier der Bericht von www.cycling-hadimec.ch:
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21.06.09  9 Runden à 16 km, was einer Distanz von 144km entsprach, mussten die Teilnehmer des Eliterennens beim GP Luzern in Pfaffnau zurücklegen. Kurz nach dem Start begann es zu Regnen. Ebenfalls auf der ersten Rund bildete sich eine 6-köpfige Spitzengruppe mit den Fahrern Maxime Beney (Atlas-Romer's Hausbäckerei), Andras Moser (Bürgis Cycling Team), David Jansen (GS Rufalex Rollladen), Michael Hofstetter (Team Hörmann), Rapfael Faiss (Alchimist - Skoda) und Michael Baer (Nazionale Elettronica-NewSlot-Hadimec). Der Gruppe gelang es während rund 70km an der Spitze zu bleiben. Der max. Vorsprung war zeitweise rund 3 Min. Langsam hörte der Regen auf und das Feld verschärfte das Tempo. Die Gruppe wurde auf der 5. Runde eingeholt und kurz darauf setzte sich Tobias Eggli von der GS Nazionale Elettronica-NewSlot-Hadimec solo ab. Sein Husarenritt dauerte bis kurz vor Schluss des Rennens. Unter dem Tempodiktat von Mattias Frank (BMC Racing Team) bildete sich eine Verfolgergruppe, bei der auch Nico Keinath (Nazionale Elettronica-NewSlot-Hadimec) als Aufpasser dabei wer. Tobias Egglis Vorsprung schmolz dahin, wurde ein- und gleich auch überholt. So gab es dann eine neue 3-er Spitze mit Mathias Frank, Pirmin Lang (Atlas-Romer's Hausbäckerei) und unserem Fahrer Nico Keinath. Es kam zum Spurt auf der ansteigenden Zielgeraden.

Nico Keinath gewann das Rennen souverän vor Pirmin Lang und Mathias Frank. Tobias Eggli konnte sich noch auf den 8. Rang (+1:26) ins Ziel retten. Michael Baer ersprintete sich im Spurt des kleinen Feldes den 11. Rang (+3:52), Daniel Henggeler wird 19. (+3:57). Alles in allem eine super Mannschaftsleistung. Bravo.

 



 


 

 

Glänzender Abschluss: Keinath im Nationen-Cup in Kanada Zweiter

Chicoutimi (rad-net) - Angeführt von Nico Keinath hat das U23-Team des Bund Deutscher Radfahrer (BDR) auch am letzten Tag des Nationen-Cups in Kanada voll überzeugt. «Mit einer ausgezeichneten taktischen Mannschaftsleistung haben die Jungs Platz zwei von Nico verteidigt», lobte auch Bundestrainer Patrick Moster sein Team. Bestimmt wurde die Schlussetappe des «Coupe des Nations Ville de Sanguenay» über 139,1 Kilometer mit Start und Ziel in Chicoutimi jedoch durch das Team der Kolumbianer, das auf dem selektiven Kurs zum Großangriff überging.

Nach rund 70 Kilometer löste sich letztlich die entscheidende dreiköpfige Gruppe mit zwei Kolumbianern und einem Russen, die auch die Etappe unter sich ausmachten. Am letzten Berg griffen dann auch der Kolumbianer Sergio Luis Henao, bis dahin mit zwei Sekunden Rückstand auf Keinath Dritter der Gesamtwertung sowie der Spitzenreiter Johan Le Bon aus Frankreich nochmals an. Drei Kilometer vor dem Ziel konnte das BDR-Aufgebot die Lücke jedoch wieder schließen.

 

Mit den Ergebnissen der Etappen und Platz zwei in der Gesamtwertung hat das Team des BDR auch im Nationen-Cup einen guten Sprung nach vorne gemacht. Die Auswertung des Weltradsportverbandes UCI lag nach Abschluss des Rennens jedoch noch nicht vor. «Ich dachte eigentlich, wir hätten die Führung übernommen», so Patrick Moster gegenüber «rad-net». Geehrt wurde in Kanada jedoch das Team Dänemarks. «Mal abwarten, was jetzt rauskommt, vielleicht habe ich mich in der Hektik auch mit den Punkten und dem Wertungsschema vertan. Eigentlich müssten wir punktgleich sein und dank der besseren Platzierung von Nico Keinath in Führung, aber mal sehen», so Moster. (Quelle:  www.rad-net.de)

 






Am 14.03.09 titelte das Tagblatt treffend:

Auftakt bei Kälte und Regen

Radsport: Keinath pendelt zwischen Schweiz, Italien und Tübingen
Es ist kein gutes Jahr für Radsportler: Ein langer Winter, kalt, viel Schnee und Regen. Deshalb erwartet der Tübinger Jungprofi Nico Keinath in den nächsten Wochen noch keine herausragenden Ergebnisse.

Die Hoffnungen auf einen Vertrag beim Gerolsteiner-Rennstall haben sich nach dessen Auflösung zerschlagen, jetzt fährt Nico Keinath im roten Trikot des Schweizer Teams Nazionale Elettronica Hadimec.

Tübingen. Mit der Nationalmannschaft und seinem neuen Schweizer Profi-Rennstall Nazionale Elettronica Hadimec ist Keinath deshalb seit dem Trainingsauftakt im Dezember immer wieder in den Süden ausgewichen: Zweimal je eine Woche an der italienischen Adria, zweieinhalb Wochen mit dem BDR-Team auf Sardinien. Doch selbst einige Breitengrade weiter südlich war’s nicht nur warm und trocken. Ganz zu schweigen vom heimischen Revier zwischen Neckar und Schönbuch. „Mir fehlen noch einige Trainingskilometer“, bedauert Keinath.

Bei schlechten Bedingungen hat er vor gut einer Woche die Saison eröffnet. Bei der Lugano Insubrica von Lugano nach Como über 173 Kilometer kam Keinath mit dem großen Hauptfeld als 46. ins Ziel. Einen Tag später beim GP von Lugano gab er bei fünf Grad Kälte und Dauerregen nach 140 Kilometern auf. Keine Schande übrigens: Von über 100 Fahrern kamen nur 40 ins Ziel.

Im Dezember hat Keinath erstmals seine Teamkollegen, überwiegend Schweizer und Italiener, kennengelernt. „Mit den Italienern gibt’s natürlich eine Sprachbarriere. Mit den Schweizern komme ich bestens klar“, erzählt der Student am Institut für Sportwissenschaft. Keinath hat den Großteil des Winters in Tübingen verbracht und sich das Grundlagentraining selbst organisiert. Im Gegensatz zum Ista-Rennstall, dem Farm-Team der Gerolsteiner, dem er bis zu seiner Auflösung angehört hatte, trage der Fahrer nun vor allem organisatorisch deutlich mehr Eigenverantwortung. Aber auch die sportlichen Anforderungen sind gegenüber dem Nachwuchs-Team gewachsen. „Die Pro-Tour-Rennen sind natürlich viel länger und schwerer und auch die Konkurrenz ist größer“, erklärt der 22-Jährige in seinem letzten Junioren-Jahr.

Keinath hat in seinem neuen Team, das fast ausschließlich Rennen in Italien fährt, wenig Gelegenheit, den Bundestrainer auf sich aufmerksam zu machen. Umso wichtiger sind für ihn die Rennen der im April beginnenden Nations-Cup-Serie (Flandern-Rundfahrt, La Cote Picarde, ZLM-Tour), für die ihn sein Rennstall frei gibt. „Da kann ich dann zeigen, was ich drauf habe“, sagt Keinath. Am 24. Mai schließlich ist die Deutsche Juniorenmeisterschaft in Heilbronn-Ilsfeld. Keinath kennt die Strecke durch die Weinberge, hat dort auch schon mal ein Rennen gewonnen. Dem Allrounder mit Bergfahrer-Qualitäten dürfte das wellige Profil entgegenkommen.

Neben den vielen Trainingslagern und Wettkämpfen muss Keinath auch sein Sportstudium mit Schwerpunkt Management organisieren. Doch der Tübinger nimmt die Doppelbelastung auf sich, weil er neben dem Radsport ein zweites Standbein braucht. „In Deutschland ist der Profi-Radsport am Ende“, bedauert Keinath. Mit Milram gibt’s nur noch einen deutschen Rennstall – und der braucht bestenfalls zwei Nachwuchsfahrer pro Saison. Wenn er nach dieser Saison keinen Vertrag in einem großen Profi-Rennstall findet, sagt Keinath, dann ist Schicht im Schacht – dann konzentriert er sich voll aufs Studium.

Text: bernhard schmidt


(Quelle: Schwäbisches Tagblatt vom 14.03.09)