Alpentour 2008

Geschrieben von Karen Greif.

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Eine andere Tour de France
Vom 9.-17.8. waren 14 Pfeiler auf den großen Anstiegen der Tour de France unterwegs, aber doch ganz anders.
Vom Genfer See gings über die höchsten Alpenpässe bis nach Nizza und weiter bis zum Mont Ventoux.

Das Dach der Tour - La Bonette 2802 m

Direkt zur ersten Etappe gehts hier ...

Tour de Doping (France) oder die Zukunft des Radsports
Text: Armin Huber

Das Thema Doping scheint den Radsport fest im Griff zu haben. Deutschlandtour 2009 abgesagt, keine Liveübertragung der Tour de France bei ARD/ZDF, das sind nur zwei der aktuellen Schlagzeilen über den Radsport.
Er ist aber keinesfalls tot, viele saubere Radsportler sind in weit über 2000 Radsportvereinen in Deutschland aktiv.
Sicher aber hat der Profi-Radsport insbesondere in Deutschland große Probleme und in den letzten Jahren vor allem seine Glaubwürdigkeit verloren.

Die Geschichte des Betrugs bei der Tour de France ist sicher so alt wie die der Tour selbst. In den Anfangsjahren gab es z.B. wiederholt Teilnehmer, die Teilstrecken mit dem Zug zurücklegten. Sicher muss auch ein gedopter Radfahrer im Vergleich zu einigen anderen Sportarten viel härter trainieren, und wir wollen glauben, dass es auch noch viele ungedopte Radprofis gibt.
Da das Doping gerade in den letzten Jahren selbst den gewaltigen Mythos Tour de France in den Grundfesten erschüttert hat, folgt ein (bei weitem nicht vollständiger) Blick auf die Geschichte des Dopings bei der Tour.
(Teilweise aus Wikipedia)

Der erste Dopingtest fand am 28. Juni 1966 in Bordeaux statt. Zwei Ärzte kontrollierten mehrere Fahrer auf Einstiche von Injektionsnadeln und nahmen Urinproben. Am nächsten Tag kam es zu einer Protestaktion der Teilnehmer, indem die Fahrer auf den ersten Metern der Etappe ihre Räder schoben.
1967 forderte Doping das erste gesicherte Todesopfer an der Tour: Tom Simpson starb während der Etappe auf den Mont Ventoux nach Einnahme von Amphetamin.

1998
Festina-Affäre: Bei Willy Voet, einem Betreuer der Mannschaft Festina, werden große Mengen unerlaubter Substanzen gefunden, hauptsächlich EPO.
Die Ermittlungen ergaben, dass bei Festina ein flächendeckendes Doping praktiziert worden war.
Diese Entdeckung verdeutlichte auch die Unwirksamkeit der damaligen Dopingkontrollen: Keiner der Festina-Fahrer war positiv getestet worden.
Für das Jahr 1996 geben einige ehemalige Telekomprofis EPO-Doping zu, darunter auch der Tour-Sieger Riis (geschah 2007, als es juristisch verjährt war). Beim Tour de France Rekordsieger Armstrong wird bei einer Nachuntersuchung von Proben aus dem Jahr 1999 auch EPO festgestellt (juristisch ebenfalls nicht verwertbar).

2006
Durch die Fuentes Affäre werden einige Fahrer, darunter auch die Top-Favoriten Basso und Ullrich, noch vor dem Start der Tour ausgeschlossen, Tour-Sieger Landis wird wenige Tage nach der Tour des Dopings überführt.
2007
Der zweifache Etappensieger Winokourow wird des Dopings überführt, der Gesamtführende Rasmussen wird kurz vor Ende der Tour von seinem Team aus dem Rennen genommen wegen Missachtung der Meldepflicht (des Aufenthaltsorts).
2008
Neben weiteren Fahrern wird der zweifache Etappensieger Ricco des Dopings überführt, mit Piepoli und Schumacher liegen bei weiteren Etappensiegern positive A-Proben vor (bei der Nachuntersuchung der Proben).


Nachfolgend auszugsweise ein Artikel aus Procycling September 2006, der abgesehen von anderen Namen sicher nichts an Aktualität verloren hat
(Fred Adam, freier Radsportjournalist, für das französische Radmagazin Velo)
„Was war es eine Freude, als Manolo Saiz und sein Kumpel Fuentes gefasst worden waren.
...
Die Zukunft des Radsports?
Keine Ahnung, aber ich bin pessimistisch. Wirklich.
Denn wie können wir sicher sein, dass die direkten Nutznießer von Landis Disqualifizierung sauberer sind als er?
Wie können wir sicher sein, dass Pereiro, ein ehemaliger Phonak-Fahrer, den Alvino Pino im Gepäck hatte, nun eine Schneeweiße Weste hat? Und Sastre, Bassos Lieutenant de luxe? Und Klöden, Ullrichs treuer Helfer?
Die Aussichten für den Radsport sind alles andere als rosig, und es wird lange dauern, bis sich das ändert.
Sie wollen meine Meinung hören? Der Radsport wird nie sauber sein.
...
Es gibt zu wenig ehrliche Leute in diesem Sport, und sie zahlen die ganze Zeche für die Betrüger, die sich ihre Freunde nennen.
Die Zukunft des Radsports liegt darin, selbst aufs Rad zu steigen, nirgendwo anders.
Lassen sie uns alle rausfahren, aufs Land, auf die Berge und das Aroma des Sports einatmen.
Das Aroma des echten, des puren Sports - nicht diesen fauligen Geruch, der vom Peloton in unsere Richtung weht, seit wir denken können."

Selbst aufs Rad steigen, das machen wir jetzt.
Unsere Mittel zur Leistungssteigerung sind die Freude am Radfahren und der sportlichen Leistung, das landschaftliche Erlebnis auf schönen Strecken und die Gemeinschaft in der Gruppe.

Kein Bericht und noch so viele Bilder können das Erlebnis einer selbst gefahrenen Alpentour ersetzen, aber wir hoffen doch auf den folgenden Seiten einen Eindruck von dieser Faszination zu vermitteln.