Tübinger Etappenfahrt 2016

Geschrieben von Armin Huber.

Etappenfahrt 2016 194th

Friede, Freude, Fahrradpannen, so könnte man diesmal die Tour in drei Worten beschreiben.
Vielleicht hat die so durchgehend schöne Strecke in die Alpen hinein auch einfach den Neid des Pannenteufels hervor gerufen.


Um es vorweg zu nehmen, der Pannenteufel machte diesmal weder vor bekannten Materialschindern noch vor sonst Unverdächtigen Halt und über die Details der zweistelligen Anzahl von Pannen hüllen wir den Mantel des Schweigens.

5. Tübinger Etappenfahrt 26.-29.05.2016
Strecken auf GPSies
Weitere Bilder auf Google-Photo (Fotos: Armin Huber, sofern nicht anders angegeben)

Etappe 1 Tübingen - Wangen im Allgäu
Auf bekannter Strecke geht es bei bestem Wetter die alte Zahnradbahnstrecke die Alb hinauf und dann das Lautertal bis zum Ende des Asphalts, bevor wir nach auf und ab den heiligen Berg Oberschwabens, den Bussen, erklimmen. Praktisch autofrei und trotzdem gut rollend geht es weiter, schön wenn man die Strecke von der Probefahrt (ohne GPS, nur mit Streckenbeschreibung durchgeführt) noch so gut kennt, dass man die Gruppe auch an Abzweigungen zügig und sicher führen kann. Bei den Probefahrten ergeben sich manchmal auch noch kleine, aber feine Verbesserungen. Wir besichtigen die auch als "schönste Dorfkiche der Welt" bezeichnete Wallfahrtskirche Steinhausen.

Etappenfahrt 2016 057
Wallfahrtskirche Steinhausen

Etappenfahrt 2016 069

Weiter geht es auf Nebenstrecken durch Oberschwaben, bis wir die Alpen erblicken und unser Ziel in Wangen erreicht haben.
Dank unseres Wangen-Experten Andreas Herrmann kommen wir in den Genuß einer kompetenten Stadtführung.

Etappenfahrt 2016 078
Zu Fuß geht es in die Altstadt Wangens, darüber die Alpen

Etappe 2 Wangen - Dornbirn
Einen ersten schönen Alpenblick haben wir bereits von der Siggener Höhe und auch bei der ersten Verpflegungspause überm Eschacher Weiher sind die Alpen zu sehen.
Etappenfahrt 2016 131
Verpflegungspause überm Eschacher Weiher

Wir fahren bis kurz vor Oberstdorf und dann über den schönsten Radfahrerpass der Allgäuer Alpen nach Österreich.
Der Rohrmoossattel unterhalb den Gottesackerwänden ist nicht nur landschaftlich schön, er begeistert auch mit moderater Steigung und über die Passhöhe für den öffentlichen Verkehr gesperrter Strecke

Etappenfahrt 2016 172
Gottesackerwände kurz vorm Rohrmoossattel

Vom Etappenziel in Dornbirn können wir noch die Rappenlochschlucht zu Fuß oder mit dem Fahrrad erkunden.
Unser Andi ist nicht nur in Wangen souverän, er führt unsere Mädels auch sicher über die Stege der Rappenlochschlucht.

Etappenfahrt 2016 Wandergruppe Rappenlochschlucht
Pfeil-Mädels oberhalb der Rappenlochschlucht (Foto: Andreas Herrmann)
Unsere RTF-Königin Angela (rechts) war diesmal nicht nur Verpflegungschefinj, sondern fuhr auch viele Kilometer vorne im Wind


Etwas schweißtreibender ist es für die Radfahrer, denn der Anstieg gehört nicht nur zu den schönen, sondern auch zu den harten, insbesondere die steilen ersten 1,5 km ab Eingang der Schlucht (Profil auf Quaeldich), sodass die Einkehr im Cafe in Ebnit umso mehr genossen wird.
Der Streckenchef nimmt beides mit und legt vor einer Kurzwanderung Rappenlochschlucht auch noch eine kleine Offroad-Einlage zum Eingang der Alplochschlucht ein.

Etappenfahrt 2016 272
Streckenchef Armin am Eingang der Alplochschlucht

Etappe 3 Dornbirn - Singen am Hohentwiel
Nach kurzem Einrollen am Rhein entlang zeigt sich die Schweiz von ihrer bergigen Seite, die Königsetappe steht heute auf dem Programm.

Etappenfahrt 2016 320
Sigi kümmert sich nicht nur um Unterkunft und Begleitfahrzeug, sondern passt auch auf, dass niemand verloren geht.
Hier sind wir am ersten Anstieg des Tages, unten der Hirschensprung

Wir fahren durch Appenzell und dann geht es zum höchsten Punkt unserer Etappenfahrt. Auf der alten Passstraße fahren wir ohne Autoverkehr, aber auch teilweise steil, über Sieben Hütten unterhalb des Säntis zur Schwägalp.

Etappenfahrt 2016 351
Immer weiter hinauf
Etappenfahrt 2016 366
Fast geschafft, oben der Säntis
Etappenfahrt 2016 Schwaegalp
Da darf man auch mal richtig strahlen (Foto: Thomas Schindler)

Sehr schön und verkehrsarm geht es oft auf Velorouten durchs Mittelland bis zum sehenswerten Stein am Rhein, von dem es nur noch ein Katzensprung bis zu unserem Etappenziel Singen am Hohentwiel ist. Nur der kurze, aber mit bis zu 18% knackiger Schlussanstieg zum Hotel geht noch etwas in die Beine, dafür haben wir aber eine tolle Aussicht von der Halbhöhe des Hohentwiel.

Etappenfahrt 2016 415
Wir verlassen Stein am Rhein

Etappe 4 Singen - Tübingen
Wir fahren den schönsten Anstieg hinauf zum Witthoh, Hausberg Tuttlingens mit Aussicht über Hegau und Bodensee bis zu den Alpen (wenn das Wetter besser wäre).
Immerhin ist es noch trocken und wir fahren im schönsten Teil des Donautals mit vielen hohen Felsen.

Etappenfahrt 2016 488
Im Donautal mit Schloss Werenwag

Etappenfahrt 2016 498
Im Donautal mit seinen typischen Felsen

Nach einer erneut hervorragenden Verpflegungspause in Gutenstein erwischt uns dann aber auf dem Weiterweg durchs Schmeiental der Regen.


Etappenfahrt 2016 510
Im Schmeiental, die Regenausrüstung ist bereits angelegt.

Nach einem endlos erscheinenden Waldweg erreichen wir unsere letzte Verpflegung bei Bitz, danach den höchsten Punkt und fast nur noch bergab sind wir auch schnell in Tübingen zurück.


Rückblick und Ausblick 2017
Trotz jedesmal neuer Besetzung bei den Etappenfahrten ist die Gruppe auch mit über 20 FahrerInnen diesmal wieder sehr gut zusammen gefahren, vielen Dank an alle für die Disziplin.
Auch von den wechselnden Begleitfahrern wurden wir wieder gut verpflegt.
Trotz der lästigen Pannen war es wieder eine sehr schöne Etappenfahrt und Sigi und ich freuen uns schon auf die nächste Tour mit euch.
Fester Bestandteil der Tübinger Etappenfahrt ist der Start in Tübingen und dass es jedes Mal eine neue Strecke gibt.
2016 sind wir zum ersten Mal bis in die Alpen gefahren, 2017 geht es in die entgegen gesetzte Richtung bis in den Pfälzer Wald.
Beim Rennradfahren ist man bei der Wahl der Ziele weit weniger eingeschränkt als mancher denkt und gerade für mich als Streckenchef ist die Suche nach den schönsten neuen Strecken immer wieder eine spannende Herausforderung.
Etappenfahrten bis 2017 Gesamt
Strecken aller bisher durchgeführten Tübinger Etappenfahrten und Strecke für die nächste Tour 2017