Beim Ötztaler Zweite in der AK

Geschrieben von Ingeborg von Stockum.

Treppchen klein

Pfeilerin Birgit Jehle nahm am diesjährigen Ötztaler Radmarathon teil - 228 km und 5000 hm.
Sie brauchte bei Regen, Kälte und Nebel fast 11 Minuten mehr als bei gutem Wetter 2017 und wurde hervorragende Zweite der  Altersklasse.
Birgit, wir gratulieren dir zu dieser Leistung. Unser Glückwunsch geht auch an Pfeiler Peter Mehrer, der ebenfalls gefinisht hat

 

"... Ötzi zum Zweiten..
 
eigentlich wollte ich den Ötztaler Radmarathon nur einmal fahren, nur so um zu testen, was es mit dieser „hippen“ Radveranstaltung, bei der jeder der Jedermänner /Jederfrauen mal teilgenommen haben sollte - und bei der es so kompliziert und teuer ist, an eine Starterlaubnis zu kommen - denn auf sich hat..
 
Im letzten Jahr war ich über einen Radreiseveranstalter denn auch an ein Startticket gekommen, es war damals bestes Wetter gewesen, beste Voraussetzungen,- es war anstrengend, hatte aber Spaß gemacht, und ich war nun überzeugt gewesen, dass es doch eine wirklich tolle, hervorragend organisierte Veranstaltung  ist. Und es hatte damals sogar zum 3. Platz in der AK Master 2 der Frauen gereicht. Was wollte ich also mehr?
 
Ich kann es nicht sagen, aber  irgend ein Teufel hat mich geritten, dass ich da nochmal teilnehme. Über ein Hotelarrangement bin ich diesmal an einen Startplatz gekommen.
Nette Freunde, Peter Mehrer, ebenfalls Mitglied des RV Pfeil Tübingen, sowie Matthias Maier, Mitglied des TB Untertürkheim, waren mit von der Partie. Sowie mein Mann Sigi Jehle, der mir bis zum Jaufenpass von der anderen Seite entgegen geradelt ist und mich dort mit Kuchen versorgt hat..
 
Diesmal war es aber alles anders: zunächst mal hat es an beiden Tagen vor der Veranstaltung ganztägig Dauerregen geben..
Aber für den Wettkampftag sagte Sigi´s Wetter-app Trockenheit voraus - also ok, dann fahr ich doch..
Leider hatte die App aber total versagt
 
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Start in Sölden um 6:45 Uhr
 
Sowohl das ganze Kühtai als auch der Jaufenpass waren oben völlig in Nebel gehüllt, und bergab gings in strömendem Regen.
Wir mußten uns bis zum Timmelsjoch mit Regen, Nebel und Kälte rumschlagen.
 
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Timmelsjoch am Morgen: +1,0 Grad
 
Das war für mich als  absoluter „bergab Schisshase“ natürlich besonders förderlich.. die Temperaturen waren dort bei ca. 5 C – zwischendurch ging es durch Innsbruck durch, den Brenner hinauf, die Zeit war schon viel schlechter als im Jahr zuvor, und eigentlich wollte ich aufhören, aber auf den Besenwagen hätte ich 2 Stunden warten müssen und Sigi wartete ja am Jaufenpass auf mich, also weiter.. Den Jaufenpass hoch war es dann eine einzige Schinderei.. aber oben kam dann meine lang ersehnte 1. Kurzpause, Sigi versorgt mich mit ein bißchen Kuchen, dann gings weiter..
Die Zeit wurde am Timmelsjoch immer schlechter, aber egal, wenigstens die Sonne kam durch und wärmte uns.., und die letzten Serpentinen begannen.. aber dieser Mörderpass zog sich und zog sich, jemand hatte bestimmt die Passstrasse heimlich verlängert.. egal weiter und weiter.. treten und treten.., den anderen geht es ja auch wie mir.., „nur die harten komm in Garten“.. endlich kam der ersehnte Tunnel , fast ganz oben.. jetzt noch zur  Mautstelle hoch, dann wellig bergab, vielleicht reicht es mir ja noch  unter 10 stunden ? .. 
 
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Im Aufstieg zum Timmelsjoch
 
Völlig erschöpft fuhr ich dem Ziel entgegen, andere Frauen hatte ich auf dem letzten Stück nicht mehr gesehn, wahrscheinlich sind die alle schon im Ziel..
Plötzlich tosender Lärm, das Ziel ist erreicht und der Sprecher begrüßt mich ...als zweite in der AK...., ich kann es nicht glauben bin fassungslos und völlig platt.. die 10 Stunden hatte ich gerade noch so geknackt: 9:59:43 min.
 
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Mein Kumpel Matthias Maier erwartete mich schon im Ziel, seine Zeit,ausgezeichnete 9:34:33. Peter Mehrer fuhr mit 12:26:34 ins Ziel. Bei diesem Wetter war aber jeder ein Sieger, der durchkam."

 Bericht: Birgit Jehle; Fotos: Sigi Jehle