| Nico Keinath fährt in Schweizer Team |
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| Geschrieben von Ingeborg von Stockum | |||||||
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Mit den Ergebnissen der Etappen und Platz zwei in der Gesamtwertung hat das Team des BDR auch im Nationen-Cup einen guten Sprung nach vorne gemacht. Die Auswertung des Weltradsportverbandes UCI lag nach Abschluss des Rennens jedoch noch nicht vor. «Ich dachte eigentlich, wir hätten die Führung übernommen», so Patrick Moster gegenüber «rad-net». Geehrt wurde in Kanada jedoch das Team Dänemarks. «Mal abwarten, was jetzt rauskommt, vielleicht habe ich mich in der Hektik auch mit den Punkten und dem Wertungsschema vertan. Eigentlich müssten wir punktgleich sein und dank der besseren Platzierung von Nico Keinath in Führung, aber mal sehen», so Moster. (Quelle:
Tübingen. Mit der Nationalmannschaft und seinem neuen Schweizer Profi-Rennstall Nazionale Elettronica Hadimec ist Keinath deshalb seit dem Trainingsauftakt im Dezember immer wieder in den Süden ausgewichen: Zweimal je eine Woche an der italienischen Adria, zweieinhalb Wochen mit dem BDR-Team auf Sardinien. Doch selbst einige Breitengrade weiter südlich war’s nicht nur warm und trocken. Ganz zu schweigen vom heimischen Revier zwischen Neckar und Schönbuch. „Mir fehlen noch einige Trainingskilometer“, bedauert Keinath. Bei schlechten Bedingungen hat er vor gut einer Woche die Saison eröffnet. Bei der Lugano Insubrica von Lugano nach Como über 173 Kilometer kam Keinath mit dem großen Hauptfeld als 46. ins Ziel. Einen Tag später beim GP von Lugano gab er bei fünf Grad Kälte und Dauerregen nach 140 Kilometern auf. Keine Schande übrigens: Von über 100 Fahrern kamen nur 40 ins Ziel. Im Dezember hat Keinath erstmals seine Teamkollegen, überwiegend Schweizer und Italiener, kennengelernt. „Mit den Italienern gibt’s natürlich eine Sprachbarriere. Mit den Schweizern komme ich bestens klar“, erzählt der Student am Institut für Sportwissenschaft. Keinath hat den Großteil des Winters in Tübingen verbracht und sich das Grundlagentraining selbst organisiert. Im Gegensatz zum Ista-Rennstall, dem Farm-Team der Gerolsteiner, dem er bis zu seiner Auflösung angehört hatte, trage der Fahrer nun vor allem organisatorisch deutlich mehr Eigenverantwortung. Aber auch die sportlichen Anforderungen sind gegenüber dem Nachwuchs-Team gewachsen. „Die Pro-Tour-Rennen sind natürlich viel länger und schwerer und auch die Konkurrenz ist größer“, erklärt der 22-Jährige in seinem letzten Junioren-Jahr. Keinath hat in seinem neuen Team, das fast ausschließlich Rennen in Italien fährt, wenig Gelegenheit, den Bundestrainer auf sich aufmerksam zu machen. Umso wichtiger sind für ihn die Rennen der im April beginnenden Nations-Cup-Serie (Flandern-Rundfahrt, La Cote Picarde, ZLM-Tour), für die ihn sein Rennstall frei gibt. „Da kann ich dann zeigen, was ich drauf habe“, sagt Keinath. Am 24. Mai schließlich ist die Deutsche Juniorenmeisterschaft in Heilbronn-Ilsfeld. Keinath kennt die Strecke durch die Weinberge, hat dort auch schon mal ein Rennen gewonnen. Dem Allrounder mit Bergfahrer-Qualitäten dürfte das wellige Profil entgegenkommen. Neben den vielen Trainingslagern und Wettkämpfen muss Keinath auch sein Sportstudium mit Schwerpunkt Management organisieren. Doch der Tübinger nimmt die Doppelbelastung auf sich, weil er neben dem Radsport ein zweites Standbein braucht. „In Deutschland ist der Profi-Radsport am Ende“, bedauert Keinath. Mit Milram gibt’s nur noch einen deutschen Rennstall – und der braucht bestenfalls zwei Nachwuchsfahrer pro Saison. Wenn er nach dieser Saison keinen Vertrag in einem großen Profi-Rennstall findet, sagt Keinath, dann ist Schicht im Schacht – dann konzentriert er sich voll aufs Studium. Text: bernhard schmidt |
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